Achtung Ladrones! Posted on Thu, 20 Nov 2008 21:49:53 by Rene Buergi
Reiseführer warnen häufig vor Massenansammlungen und überfüllten Bussen. Wir sagen: Auch in leeren Bussen ist Vorsicht geboten.
Beim Einsteigen in Cuenca weist uns der vermeindliche Busbegleiter auf einen hinteren Platz. Er drängt uns, das Gepäck auf die Hutablage zu stellen. Wir deponieren trotzdem den Grossteil der Taschen vor unseren Füssen, ich belasse aber meine Fototasche direkt über mir, um den Mann nicht zu sehr zu verärgern.
Schon wegen seiner übermässig hilfsbereiten, aufdringlichen und nervösen Art war uns der Mann aufgefallen. Nach dem Losfahren stand er etwa zwei, dreimal auf, um am Fernseher herumzufummeln. Das Fernsehgerät befand sich nicht weit von der in der Hutablage verbliebenen Fototasche, so dass ich entschied, diese nun ebenfalls zu mir vor den Sitz zu nehmen. Doch diese war bereits weg! Keiner der beiden Männer im hinteren Teil des Buses hatte in dieser Zeit den Bus nach vorne verlassen, wo also sollte diese sein? Ich knurrte also den Mann rechs hinter mir an, er solle seinen Rucksack öffnen. Als darin nichts zum Vorschein kam, kramte er meine Fototasche neben dem Rucksack hervor und gab sie mir zurück - Wohl in der Hoffnung, ich würde nicht bemerken, dass sie bereits leer war. Auf meine bösen Blicke hin fanden auch häppchenweise die darin aufbewahrten Sachen den Weg zurück: Zuerst der Fernauslöser, dann der Akku. Die Kamera "fand" der Mann schliesslich vor seinen Füssen auf dem Fussboden. Da lag sie wohl bereit, um in seinem Rucksack zu verschwinden.
Während wir froh waren, gerade noch rechtzeitig misstrauisch geworden zu sein, verliess uns der Ladron (=Dieb) bei der nächsten Haltestelle. Seine Beute bestand für dieses mal nur aus einem leeren Notizheft und einem Kugelschreiber. Schwein gehabt!
Vilcabamba Posted on Mon, 17 Nov 2008 19:47:17 by Sarah Huber
Wir wollten nicht umbedingt nach Vilcabamba, es war uns nicht klar was es dort so besonderes zu sehen gibt. Es hatten uns aber so viele (auch Ecuadorianer) gefragt, ob wir schon dort waren, und gesagt dass wir umbedingt hingehen sollten... Was Ihnen denn an Vilcabamba so gut gefalle? Dass die Menschen so alt werden, dass das Klima so angenehm ist. Na, ja, von Loja ist es ja nur eine Stunde Fahrzeit, da kann ich ja einen Abstecher machen. Zu sehen gibt es nicht so viel, ein kleiner gemütlicher Ort, ein paar grüne Hügel und Gärten mit nicht nur schönen sondern auch wohlriechenden Blumen. Unterwegs sieht man nicht mal so viele Touristen sondern Ausländer die hierher ausgewandert sind. Zu tun gibt es vieles: im Caffee oder in der Bar an der Plaza herumhängen, in der Hängematte liegen, im Pool entspannen, im Jacuzzi relaxen, im Liegestuhl ausruhen oder sich auf einem Massagebett durchkneten lassen (das hab ich auch gemacht). Wer es lieber aktiver mag, kann zu Fuss, zu Ross oder per Bike die umliegenden Hügel oder einen Wasserfall erkunden.
Nach zwei Tagen hatte ich mich genug entspannt und hatte den Drang neues zu sehen.
Podocarpus Posted on Mon, 17 Nov 2008 19:45:56 by Sarah Huber
Da ich nicht besonders Lust hatte, Spanisch zu büffeln oder ein paar weitere Museen in Cuenca anzuschauen, bin ich alleine nach Süden losgezogen. Von Loja aus habe ich zuerst den Podocarpus Nationalpark besucht. Podocarpus ist nicht nur der Name des Nationalparks, sondern auch der Name einer dort wachsenden Konifere. Der untere Bereich des Parks ist von Zamora aus erreichbar (auf etwa 1000 müM). Sehenswert sind hier die zwei Wasserfälle und der klare Fluss, die zum baden einladen. Auch viele Schmetterlinge mögen den Uferbereich.
Der Wald ist nicht ganz so moosig-wuchrig-grün wie ich es erhofft hatte (nach dem Sumaco sind die Ansprüche auch hoch), es sind aber viele exotische Bäume und kleinere Pflanzen zu sehen.
Nicht weit von Loja entfernt ist der Eingang zum oberen Teil des Parks, er wird Haupteingang genannt, hatte aber den schlechteren Service geboten als der Eingang bei Zamora: keine Transportmöglichkeit zur Hütte auf 2750 müM, schmudelige Cabañas und keine Küche da kein Guardaparque vor Ort. Von der Hütte konnte ich eine sehr schöne Tageswanderung durch Nebelwald und über einen abwechslungsreichen Grat zu einem Aussichtsgipfel machen. Wolken und Nebel begrenzten zwar die Sicht ein wenig, passten aber sehr gut zum moosigen Nebelwald.
Erneut Zwischenhalt in Cuenca Posted on Mon, 17 Nov 2008 19:02:17 by Rene Buergi
Es ist eine Tatsache und trifft einen zuweilen hart: Man wird älter. Es fällt mir schwer, dem ins Auge zu sehen, doch die Entzuendung ist in beiden Knien trotz der reduzierten Rad- und Wanderstrecken wieder aufgetreten. Dieses mal habe ich mir deshalb in Cuenca eineinhalb Wochen Pause gegönnt. Zeit für die tägliche Physiotherapie, eine Woche Spanischkurs, nochmals eines der vielen Museen oder einen kurzen Ausflug nach Gualaceo.
Ich bin in dieser Zeit ziemlich zapplig geworden und freue mich umso mehr, dass wir die Reise demnächst fortsetzen werden. Vorerst allerdings mit dem Bus, denn der Arzt hat einen Monat Fahrradverbot verordnet. Schlimmer noch: Es wird für mich in dieser Zeit kaum möglich sein, grosse Wanderungen zu unternehmen. Ein hartes Los für Ferien entlang einer Gebirgskette!
Gold! Posted on Tue, 04 Nov 2008 19:41:27 by Rene Buergi
Noch immer drehen sich in Zaruma und Portovelo die Gesteinsmühlen der Goldsucher.
Sie zerkleinern den Quarz aus den umliegenden Stollen zu einem feinen Sand. 1 Tonne Gestein muss mühselig aus dem Berg geräumt werden, um etwa 3g Gold herauszuwaschen. Dabei enthält der Quarz hier knapp 10g Gold pro Tonne, was allerdings nur der industrialisierten Goldgewinnung vorbehalten ist. Der Sand wird wiederholt in Pfannen gewaschen. Einmal in zwei Wochen wird der konzentriertere Goldsand mit Quecksilber versetzt.
Nach dem einarbeiten in der Pfanne und weiterem Waschen wird das Quecksilber verdampft, das Gold bleibt übrig. Gerade mal genug, um den Mineuren 8$ pro Tag auszuzahlen. Den Abraum nimmt für 1.5$ - 7$ pro Tonne eine grosse Firma mit: Immerhin sind noch 60% des Goldes drin, Platin, Zink, Cadmium und Blei!
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Sibylle,Roger,Flurina said: Hallo zäme,wir möchten uns ganz herzlich für das überraschungspacket bedanken,das uns letzen Freitag erreicht hat.Auf der Karte hat Flurina sofort erkannt,dass die vom Götti sein muss,mit Flugzeug,Velo usw Die Jacke ist uhhh schön und passt bestens,das Alpaka war erst ein Kamel,ein Reh oder Esel,aber nun gibt es auch bei ihr Alpakas ;-) Wir haben noch eine schlechte Meldung aus der Kakteenschale,sie haben Wolllausbefall,was sehr schwer zu behandeln ist und oft mit dem Tod endet;-( Wir geben aber alles um sie zu retten.Das heisst:Abbürsten-pinsel-blasen und mit der Chemiekäule (Schmierseife-Spiritus oder aus dem Fachhandel etwas).Bei uns herrscht Herbst und bereits der erste Schnee ist kurz bleibend gefallen,was Roger natürlich einen wahsinns Arbeitsanfall verursacht hat.Aber der ganze Spuck ist bereits Schnee von gestern;-) in Meer und Mangroven